heute:

alle schon abgehauen und ich sitze hier rum, iust wie letztes jahr als alle weg waren, nur ohne nikotinentzugkopfschmerzen. und auf der anderen tischseite. ein neues jahr steht vor der tür und es ist an der zeit sich zu fragen, wieviele spalten (und zeilen) die fazit-tabelle haben müsste und wieviele die pläne-tabelle. vor allem ists an der zeit, sich über die gurgelnden geräusche, die aus dem spülbecken kommen, gedanken zu machen. aber das wird man alles nächstes jahr erledigen, wenn man seinen kraftvollen, wohlgenährten körper wieder zurückschwingt. finanzkrise hin oder her, aber rehe schlachten und granatäpfel pflücken muss noch drin sein.

kommendes jahr verspricht sehr veränderungsreich zu werden, mühevoll und bauplanlos zusammengezimmerte karriereschränke werden wände durchbrechen, fruchtige wasserstrahlen werden in alle richtungen spritzen und das ungefilterte sonnenlicht wird das ganze schauspiel freundlich belächeln. und das wichtigste: weihnachten wird endlich vorbei sein! denn wenn es etwas gibt, was einem in diesen komplizierten zeiten den rückgrat der orientierung nimmt, dann sind es altbewährte traditionen, die wie häßliche, willenlos gesetzte pinselstriche auf einem durchdachten jugendstil-gemälde daherkommen. oder wie schlammstriche (wie sie in der höhlenmalerei benutzt wurden) auf millimeterpapier. wir brauchen neue feiertage, bar aller christlichen motive und am besten nicht politisch gefärbt, denn wenn man schon seinen alltag unterbricht, dann besser nicht wegen etwas, womit man sich nicht identifizieren kann. aber trotzdem schöne grüße ans christkind.

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