Nov
25
2012. roland emmerich.
fragen wir uns zunächst, warum es einen wikipedia-artikel zu diesem jahr gibt. weil fast zu jedem jahr n artikel geschrieben wurde! auf dem programm im jahr 2012: esoterisch vorhergesagter weltuntergang im maya-kalender, superbowl, sonnenfinsternisse, dänemark übernimmt eu-ratspräsidentschaft. außerdem haben wir’s dann mit einem schaltjahr zu tun, 366 ganze tage wird uns das biestige jahr begleiten.
2012 wird genau wie 1989, 2001 und 1666 ein legendäres jahr, in dem man vielleicht mit einem müden lächeln auf das lahme jahr 2009 zurückblicken wird, in dem filme wie 2012 in den kinos liefen und dabei sogar noch ganze 2 zuschauer in die ov-vorstellung locken konnten. ich war heute abend eine der zwei zuschauer im großen kinosaal im woki und saß vielleicht ein-zwei reihen zu weit vorne (darüber hinaus auch nicht wirklich nüchtern), allein, wohlgemerkt; eigentlich hätte ich mich während des films mehrmals fragen können, warum ich ihn mir nochmal angucken wollte. höchstwahrscheinlich wegen der gewaltigen szenerien mit rutschenden, einstürzenden erdschichten, vulkanen und tsunamis, mit denen ich leider nicht befreundet bin, aber hin und wieder kratzt man sich bekanntermaßen an stellen an denen man sich lieber nicht kratzen sollte.
leider musste ich heute eine teure rechnung bezahlen, der film ist (congrats, roland!) beinahe vergleichbar mit snakes on a plane.
es ist lustig und sehr sehr traurig zugleich, wenn in einem katastrophenfilm mit dauertickenden countdowns trotzdem immer wieder ein paar minütchen zeit für albernheiten (hier: stinkefinger aus der “arche”, “schwarzer” humor usw.) aber auch ernste gespräche (á la “ich habe dich schon immer geliebt”) bleibt.
herr emmerich, was haben Sie sich dabei gedacht? wie können Sie Ihr gehirn nur so schamlos hinter dem mammutbaum der spezialeffekte verstecken?
vielleicht sollte ich mir aber auch die frage stellen was ich eigentlich erwartet habe: ein bisschen inhalt, einen teelöffel kohärenz, irgendwie halbwegs ertragbare dialoge? aber sowas kriegt man erst in der hölle, nicht im kino, stimmt’s, herr emmerich?
der guten sachen gab’s zwei: woody harrelson und natürlich die gigantischen spezialeffekte. allerdings kann ich gerade im kopf kein kuchendiagramm erstellen, aus dem ersichtlich wäre, zu welchem anteil diese oben genannten zwei guten sachen den film “retten”. verwirrend, genau wie meine gemischten gefühle während des films: lachen, weinen, scham (fremdschämen!), angst, eingeschlafener po, angst.